EZB-Vorsitzende Lagarde kündigt vorzeitig Rücktritt an
Christine Lagarde wird ihren Posten als Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) früher verlassen. Wie die EZB am heutigen Tag in Frankfurt mitteilte, wird die Französin ihr Amt zum 7. Februar 2027 niederlegen. Dies teilte sie dem EZB-Rat sowie dem Präsidenten des Europäischen Rates, António Costa, mit.
Ursprünglich war Lagardes Amtszeit, die acht Jahre umfasst, bis Ende Oktober 2027 vorgesehen. Die Staats- und Regierungschefs der 21 Eurostaaten sind nun aufgefordert, eine Nachfolge für die scheidende Präsidentin zu bestimmen.
Lagardes Rücktritt eröffnet Emmanuel Macron, dem scheidenden französischen Präsidenten, und Friedrich Merz (CDU) die Möglichkeit, die Nachbesetzung eines bedeutenden europäischen Spitzenamtes vor den französischen Wahlen im April 2027 zu regeln.
Die Ankündigung war bereits seit längerem erwartet, da es Gerüchte über einen vorzeitigen Abschied gab. Die «Financial Times» berichtete bereits im Februar 2026, dass Lagarde möglicherweise zurücktreten wolle, um sich vor der französischen Wahl zurückzuziehen. Hintergrund waren Bedenken hinsichtlich des möglichen Wahlerfolgs eurokritischer Rechtspopulisten unter Führung von Marine Le Pen, was die Besetzung der EZB-Spitze erschweren könnte.
Macron darf bei der kommenden Wahl nicht erneut kandidieren. Lagarde bestätigte im September in einem Interview, dass sie möglicherweise „ein paar Monate" früher von ihrem Amt abtreten könnte.
Bundesbank-Präsident Joachim Nagel hatte sich ebenfalls um die Nachfolge bemüht. Bislang hat Deutschland, die größte Volkswirtschaft Europas, noch nie die Leitung der EZB übernommen. Zu den Favoriten für den Posten zählen derzeit Klaas Knot aus den Niederlanden und der Spanier Pablo Hernández de Cos.
EZB-Direktorin Isabel Schnabel, die ebenfalls Interesse bekundet hatte, wird Anfang Januar 2027 zum Internationalen Währungsfonds (IWF) nach Washington wechseln, was ihrerseits eine Vakanz im EZB-Direktorium schafft. Zudem wird ab Juni 2027 ein neuer Chefökonom benötigt, da die Amtszeit von Philip R. Lane endet. Es wird erwartet, dass auf europäischer Ebene ein umfassendes Personalpaket verhandelt wird. Vizekanzler Lars Klingbeil betonte kürzlich die Ansprüche der Bundesregierung, Deutschland werde im EZB-Direktorium weiterhin eine wichtige Rolle spielen.
Ein möglicher deutscher Kandidat sieht sich einem Hindernis gegenüber: Die Europäische Kommission wird bereits von Ursula von der Leyen geführt. Die gleichzeitige Besetzung von Schlüsselpositionen in Europa durch Deutsche könnte in Brüssel auf Widerstand stoßen.
Quelle und Entstehung
- Quelle
- WELT (Deutschland)
- Originaltitel
- „Lagarde geht vorzeitig im Februar - Poker um EZB-Spitze“
- Erschienen
- 29. Oktober 2026, 11:07 Uhr
Dieser Text ist eine KI-gestützte Fassung der Meldung von WELT. Unsere Redaktion hat ihn vor der Veröffentlichung geprüft und um die Einordnung ergänzt. Fakten, Zahlen und Zitate stammen aus der genannten Quelle. Wie wir arbeiten und KI einsetzen, erklären unsere redaktionellen Richtlinien.