Enge Wahlergebnisse – Patt zwischen Eisenkot und Netanjahu
Teilauszählungen zeigen, dass die Herausforderer-Koalition um Gadi Eisenkot ohne die Stimmen arabischer Parteien keine absolute Mehrheit erzielen kann. Benjamin Netanjahus Partei ist die stärkste Kraft bei den Parlamentswahlen in Israel.
Zunächst deuteten Prognosen auf einen Vorsprung für Gadi Eisenkot hin, doch nach der Auszählung weiterer Stimmen verschob sich das Kräfteverhältnis. Nach der Auswertung von 55,4 Prozent der Wahlurnen halten die Teilergebnisse des Zentralen Wahlkomitees fest, dass das Lager um Netanjahu bisher 56 Sitze erreicht hat, während das Anti-Netanjahu-Lager auf 49 Sitze kommt. Unterhalb der aktuellen Sperrklausel von 3,25 Prozent liegen vorläufig die Parteien Reservisten (2,7 Prozent), People of Israel (1,7 Prozent) und Charedi Public (0,2 Prozent).
Die vorläufigen Ergebnisse können sich im weiteren Verlauf der Auszählung noch ändern. Stimmen aus doppelten Umschlägen, einschließlich der Stimmen von Soldaten, werden zu einem späteren Zeitpunkt berücksichtigt. Die Wahlbeteiligung bei der ersten Parlamentswahl seit dem Hamas-Angriff von 2023 lag bei knapp 78 Prozent, dem höchsten Wert seit 1999. Rund 7,3 Millionen Menschen waren wahlberechtigt, darunter etwa zwei Millionen arabische Israelis. Schätzungen zufolge reisten zudem Zehntausende Israelis aus dem Ausland an, um ihre Stimme abzugeben.
Ohne die Unterstützung arabischer Parteien kann die Koalition von Gadi Eisenkot die notwendige Mehrheit von 61 Sitzen in der 120-köpfigen Knesset nicht erreichen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hat bereits nach den ersten Prognosen eine Regierungsbildung unter Beteiligung arabischer Parteien ausgeschlossen. Er bekräftigte sein Bekenntnis zu einer „starken nationalen Rechtsregierung„ und warf arabischen Parteien vor, die Hamas zu unterstützen und israelische Soldaten als „Mörder und Kriegsverbrecher“ zu bezeichnen.
Die „Gemeinsame Liste„ und die „Vereinigte Arabische Liste“, beides Parteien arabischer Israelis, werden voraussichtlich gemeinsam 16 Sitze erringen. Gadi Eisenkot hatte im Wahlkampf diese Parteien jedoch nicht als potenzielle Koalitionspartner genannt und teilt Netanjahus Ablehnung eines eigenen palästinensischen Staates. Eisenkot befürwortet jedoch ein stärkeres Vorgehen gegen Gewalt israelischer Siedler im Westjordanland.
US-Präsident Donald Trump erklärte, seine Unterstützung habe Benjamin Netanjahu bei den Wahlen am Dienstag geholfen, wieder an Zustimmung zu gewinnen. „Als Präsident Trump Bibi Netanjahu seine Unterstützung zusagte, wendete sich das Blatt, und nun sieht es nicht mehr nach einer entscheidenden Niederlage für einen großartigen Premierminister aus, sondern nach einem großen Aufholrennen, das in einem Patt endet, oder sogar nach einem SIEG für Netanjahu„, schrieb Trump auf seiner Plattform „Truth Social“.
Die vorläufigen Gesamtergebnisse werden voraussichtlich am Donnerstag bekannt gegeben, die offiziellen Ergebnisse sollen acht Tage nach der Wahl vorliegen. Diese Meldung wird laufend aktualisiert. Weitere Details folgen.
Quelle und Entstehung
- Quelle
- Münchner Merkur (Deutschland)
- Originaltitel
- „Wie weiter in Israel? Wahl-Patt zwischen Eisenkot und Netanjahu“
- Erschienen
- 28. Oktober 2026, 08:53 Uhr
Dieser Text ist eine KI-gestützte Fassung der Meldung von Münchner Merkur. Unsere Redaktion hat ihn vor der Veröffentlichung geprüft und um die Einordnung ergänzt. Fakten, Zahlen und Zitate stammen aus der genannten Quelle. Wie wir arbeiten und KI einsetzen, erklären unsere redaktionellen Richtlinien.