Geschlechtseinträge in Thüringen nehmen ab
Seit der Einführung des Selbstbestimmungsgesetzes vor zwei Jahren haben sich in Thüringen mehrere hundert Menschen für eine Änderung ihres Geschlechtseintrags entschieden. Eine Abfrage der Deutschen Presse-Agentur zeigt, dass in den Städten Erfurt, Jena, Gera, Weimar, Suhl, Ilmenau und Mühlhausen insgesamt 570 Änderungen vorgenommen wurden.
Nach einem anfänglichen Ansturm haben die Zahlen in den letzten Monaten abgenommen. So verzeichnete beispielsweise Jena im ersten Jahr nach dem 1. November 2024 noch 87 Änderungen, während es im zweiten Jahr lediglich 36 waren. Ähnlich verhält es sich in Weimar, wo die Fallzahlen im ersten Jahr mehr als doppelt so hoch waren wie im zweiten.
Erfurt verzeichnete im November und Dezember 2024 einen ersten Ansturm mit 66 Änderungen. Im Jahr 2026 wurden bisher nur 30 Änderungen registriert.
Das Selbstbestimmungsgesetz ermöglicht es Personen, ihren Geschlechtseintrag und Vornamen durch eine Erklärung beim Standesamt zu ändern. Eine vorherige Anmeldung drei Monate im Voraus ist erforderlich. Das vorherige Transsexuellengesetz hatte für Betroffene über 40 Jahre eine langwierige und kostspielige Prozedur mit Gutachten und Gerichtsbeschlüssen bedeutet.
Der Bundesverband Trans* hatte von einem Nachholeffekt in der Anfangszeit gesprochen, da viele Menschen auf das neue Gesetz und die Abschaffung der Gutachten und Gerichtsverfahren gewartet hatten. Die Queerbeauftragte der Bundesregierung, Sophie Koch, lobte das Gesetz als bewährt und erleichtern.
Diskussionen wurden jedoch durch den Fall der Neonazi Marla Svenja Liebich ausgelöst, die ihren Geschlechtseintrag und Namen geändert hatte. Kritiker warfen dem Gesetz Missbrauch vor. Daraufhin drängten die Justizminister der Länder im Sommer auf eine Verschärfung, um Missbrauch zu erschweren.
Quelle und Entstehung
- Quelle
- WELT (Deutschland)
- Originaltitel
- „Hunderte Menschen haben Geschlechtseintrag ändern lassen“
- Erschienen
- 31. Oktober 2026, 07:01 Uhr
Dieser Text ist eine KI-gestützte Fassung der Meldung von WELT. Unsere Redaktion hat ihn vor der Veröffentlichung geprüft und um die Einordnung ergänzt. Fakten, Zahlen und Zitate stammen aus der genannten Quelle. Wie wir arbeiten und KI einsetzen, erklären unsere redaktionellen Richtlinien.