Venezuelas Oppositionelle Machado kehrt ins Land zurück
Nach längerer Zeit im Exil ist die venezolanische Oppositionspolitikerin Maria Machado wieder in ihr Heimatland zurückgekehrt. Donald Trump, der frühere US-Präsident, äußerte sich besorgt über ihre Sicherheit und gab an, von ihrer Einreise nichts gewusst zu haben.
Er unterstützt weiterhin Delcy Rodriguez, die derzeit als Interimspräsidentin fungiert und die frühere Stellvertreterin des gestürzten Präsidenten Nicolás Maduro ist.
Maduro wurde bei einem US-Militäreinsatz in Caracas festgenommen und in die USA überführt, wo er im kommenden Jahr unter anderem wegen Drogenhandels vor Gericht stehen soll. Machado begrüßte diesen Einsatz.
Machado war bereits mehrfach daran gehindert worden, nach Venezuela zurückzukehren. Sie lebte zuletzt im Exil in Panama. Ihre Partei, Vente Venezuela, gab an, sie sei mindestens siebenmal an einer Rückkehr gehindert worden. Beobachter vermuten, dass die USA in der Vergangenheit eine Rolle bei der Verhinderung ihrer Heimkehr spielten, da Trump sich wiederholt positiv über Rodriguez’ Amtsführung geäußert hatte.
Ende August begannen Gespräche zwischen Regierung und Opposition über die politische Zukunft des Landes. Beide Seiten bekräftigten ihren Willen, Präsidentschaftswahlen abzuhalten. Machado war an diesen Gesprächen nicht beteiligt.
Laut US-Außenminister Marco Rubio haben von den USA unterstützte Gespräche die Bedingungen für Machados sichere Rückkehr geschaffen. Diese umfassten die Freilassung von Hunderten politischen Gefangenen und die Rückkehr von Hunderten Oppositionsvertretern aus dem Exil.
„Ich bin hier. Bei euch“, schrieb Machado am Sonntag auf der Plattform X. Ihr Verbündeter Edmundo Gonzalez Urrutia bestätigte ihre Rückkehr und erklärte, sie befinde sich nun wieder „auf venezolanischem Boden“. Details zu den Umständen ihrer Rückkehr wurden zunächst nicht bekannt gegeben.
Gonzalez Urrutia bezeichnete Machados Ankunft als „sehr wichtigen Tag für die Venezolaner“. Er betonte, dass es ihn zutiefst berühre, dass „unsere Anführerin“ wieder im Land sei. Machados Presseteam teilte mit, sie habe bereits an einer Veranstaltung im Bundesstaat Lara, rund 400 Kilometer von Caracas entfernt, teilgenommen. Bilder von Machado, umgeben von Anhängern, wurden veröffentlicht.
Bereits am Donnerstag hatten Tausende Menschen in Venezuela Machados Rückkehr gefordert. In Caracas demonstrierten rund 2.000 Personen, die auf Plakaten auch die Abhaltung von Wahlen forderten. Weitere Demonstrationen fanden im westlichen Bundesstaat Tachira an der Grenze zu Kolumbien statt.
Der venezolanische Oberste Gerichtshof hatte Machado 2024 von der Präsidentschaftswahl ausgeschlossen. Maduro wurde anschließend als Sieger der von Betrugsvorwürfen überschatteten Wahl erklärt, ein Ergebnis, das von der Opposition und weiten Teilen der internationalen Gemeinschaft nicht anerkannt wurde.
Machado hatte Venezuela Ende 2025 trotz eines Ausreiseverbots der damaligen Maduro-Regierung heimlich verlassen, um den Friedensnobelpreis entgegenzunehmen. Zuvor hatte sie mehr als ein Jahr lang überwiegend im Untergrund gelebt. Bei einer gefährlichen Bootsfahrt brach sie sich nach Angaben ihrer Sprecherin einen Wirbel.
Die eigentliche Preisverleihung am 10. Dezember 2025 in Oslo verpasste sie, ihre Tochter nahm die Auszeichnung stellvertretend entgegen. Machado setzt sich seit Jahren für einen politischen Machtwechsel in Venezuela ein. Sie hatte im Juni angekündigt, in ihr Heimatland zurückkehren zu wollen, um den Überlebenden zweier Erdbeben zu helfen, bei denen mindestens 6.500 Menschen ums Leben kamen und Tausende als vermisst gelten.
Ein internationaler Kontroversenpunkt war die symbolische Übergabe des Friedensnobelpreises an Donald Trump im Weißen Haus am 16. Jänner 2026. Trump hatte die Auszeichnung zuvor wiederholt für sich beansprucht. Trump scheint sich jedoch nicht aktiv für eine führende Rolle von Machado in ihrem Land eingesetzt zu haben.
Die Rückkehr von Machado erfolgt wenige Wochen nach einem umstrittenen Öldeal zwischen den USA und Venezuela. Trump lobte Vereinbarungen zur Ölförderung und andere Geschäfte US-amerikanischer Unternehmen in Venezuela. Er hatte im September erklärt, es sei noch zu früh für demokratische Wahlen in dem Land. Machado betonte, nur eine ernsthafte, demokratische Regierung biete die nötige Stabilität für Investoren. US-Regierungsvertreter sollen sie demnach gebeten haben, ihre Reise zu verschieben.
Quelle und Entstehung
- Quelle
- ORF.at News (Österreich)
- Originaltitel
- „Venezuela: Machado gibt Rückkehr bekannt“
- Erschienen
- 25. Oktober 2026, 19:55 Uhr
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