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Präsidentschaftswahl 2027

Eine Belastungsprobe für Kanzler

Die Suche nach einem Nachfolger für Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier nimmt Gestalt an. Am 30. Januar 2027 wird die Bundesversammlung den neuen Bundespräsidenten oder die neue Bundespräsidentin wählen. Die Entscheidung, wer das höchste Staatsamt bekleiden wird, ist derzeit noch offen, und Historiker Dominik Geppert warnt vor ähnlichen Schwierigkeiten wie in der Vergangenheit.

Tageskompass-Redaktion
· 2 Min. Lesezeit

Geppert, Professor für Geschichte des 19./20. Jahrhunderts an der Universität Potsdam und Präsident der Kommission für Geschichte des Parlamentarismus, betont, dass die Wahl des Bundespräsidenten für Kanzler stets eine Herausforderung darstellt. Die Notwendigkeit, eine Mehrheit in der Bundesversammlung zu sichern, die sich von der im Bundestag unterscheidet, da sie aus den Stimmen der Landesparlamente besteht, erschwert die Aufgabe.

„Es ist für Bundeskanzler eine schwierige Situation. Sie müssen zeigen, dass sie den Laden im Griff haben und die Mehrheitsverhältnisse richtig einschätzen können,“ erklärt Geppert. Die Suche nach einem geeigneten Kandidaten oder einer Kandidatin, der oder die sowohl in der Bundesversammlung Zustimmung findet als auch bei der Bevölkerung Anklang findet, stellt eine „hohe Hürde" dar.

Die Geschichte der Bundesrepublik zeigt, dass Kanzler in der Vergangenheit oft mit unerwarteten Ergebnissen konfrontiert waren. Konrad Adenauer erlebte 1959 eine „Präsidentschaftskrise", die seine politische Position schwächte, und auch Helmut Kohl und Angela Merkel hatten nach 2010 Schwierigkeiten, einen geeigneten Kandidaten zu finden.

Die Wahl von Gustav Heinemann 1969, der gegen die Erwartungen die CDU-Favoriten besiegte, verdeutlicht die besondere Natur von Bundespräsidentenwahlen. Geppert beschreibt diese Wahlen als eine Art „seismografischen Charakter", der tektonische Verschiebungen in der politischen Landschaft aufzeigt.

Angesichts der aktuellen politischen Polarisierung und möglicher Unsicherheiten bei der nächsten Bundestagswahl, sieht Geppert eine veränderte Anforderungsprofil für den zukünftigen Bundespräsidenten. Neben der Fähigkeit, wichtige Reden zu halten, wird nun auch politische Autorität, rechtliche Expertise und Erfahrung im Krisenmanagement erwartet. „Für Notfälle und Krisensituationen ist jetzt auch eine Person mit politischer Autorität, mit rechtlicher Finesse und mit dem politischen Profitum gefordert,“ so Geppert.

Die Sendung „Berlin direkt" am 19. Januar um 19:10 Uhr wird weiter über die Debatte berichten und Verteidigungsminister Boris Pistorius als Gesprächsgast begrüßen. Moderiert wird die Sendung von Wulf Schmiese.

Quelle und Entstehung

Quelle
ZDFheute (Deutschland)
Originaltitel
„Bundespräsidenten-Wahl: "Hohe Hürde" für alle Kanzler“
Erschienen
1. November 2026, 10:41 Uhr

Dieser Text ist eine KI-gestützte Fassung der Meldung von ZDFheute. Unsere Redaktion hat ihn vor der Veröffentlichung geprüft und um die Einordnung ergänzt. Fakten, Zahlen und Zitate stammen aus der genannten Quelle. Wie wir arbeiten und KI einsetzen, erklären unsere redaktionellen Richtlinien.

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